Vespa-Restauration
Jetzt startet meine nächste Restauration, es ist meine V14 von 1950 "faro basso / bacchetta" dran. Die wurde mal bevor ich sie gekauft hab, einfach überlackiert, in einem etwas grellen grün. zuerst noch ein paar Fotos wie sie einst ausgesehen hat.
Die letzten fünf Bilder sind Scans von Fotos. Alle Originalteile waren dran ( Luftfilterschrauben, Piaggiozeichen, Werkzeughaltelasche, Tankdeckelflügelmutter, Benzineinfüllsieb etc.) , ein Glückskauf und erst noch zu einem fairen Preis, wenn ich sonst so verfolge was für unkomplette, durchgerostete Möhren gezahlt wird.. Nur der Lichtschalter hat gefehlt. Für mich überflüssiges hab ich entfernt, Soziasitz, Gepäckträger, Sturzbügel. Kein Rost an dem Chassis nicht mal eine Strebe am Trittbrett, wie nach dem Sandstrahlen zu sehen ist.
Hab fast alle Ersatzteile beisammen und den Original-Nitrolack besorgt.
Das grosse Zerlegen beginnt, hab schon fast alles aus einander.
Der Motor ist schon komplett gemacht. Natürlich wird die Lüfterabdeckung auch in passendem grün gespritzt.
Unter dem Piaggio-Emblem kam der Originallack hervor. Doch die richtige Farbe bestellt:-)
Habe mir kurzerhand für den Benzinhahn ein neues System mit O-Ringen gefertigt, da ich nirgends die originalen Dichtungen bekommen hab. Von aussen sieht natürlich alles aus wie Original.
Das Chassis war etwas nach links verzogen, war mir bisher nicht aufgefallen, auch beim Fahren nicht. Zum Spengler gegeben -> alles gerade und die Wellen sind weg :-)
Vergleich zwischen unrestauriert und frisch polierten Trittleistenendstücken.
Bei der Schwinge wurde einfach über alles, auch den Dreck lackiert. Mit der Feder bin ich noch nicht ganz fertig. Die Schwinge hab ich zum strahlen vorbereitet, alle Lagerstellen mit Alustopfen und -dornen geschützt.
Links ist der neue Kabelbaum den ich gefertigt hab.
Das Rücklicht hab ich auch von der alten Farbe befreit.
Habe mir ein super Werkzeug gebastelt, eine Sickenzange. Zum Sicken am Beinschild zu reparieren oder neu herstellen. Das Muster ist sehr gut geworden, nur der Rand war halt mit ner Blechschere geschnitten, darum sieht es so wellig aus.
Viel Arbeit wartet auf mich, mit den Trittleisten. Schleifen, polieren, ich weiss nicht ob ich alle so schön bekomme wie die Obere.
Die Tankbefestigung und die Werkzeugbeutelhaltespange erstrahlen in neuem Glanz.
Hab sie vom Sandstrahler zurückbekommen, sehr gute Substanz. Zwei kleine Risse und unnötige Bohrungen zu schweissen, und etwas spachteln muss ich noch, aber erst mal etwas Rostschutz drauf.
Meine Liebe hat einen ersten Lackauftrag mit Rostschutz bekommen, soll ja nicht Flugrost ansetzen können. Die Lampe auf dem Kotflügel wird neu.
Die Schelle hat jetzt auch endlich die richtige Schraube. Nachgefertigt nach Fotos aus rostfreiem Stahl.
Hab mir Federn wickeln lassen. Die eine ist in die Länge gezogen und die Stossdämpferfeder aufzuarbeiten kostet gleich viel wie eine Neue, die ich noch matt vernickeln werde. Ebenso hab ich neue Bordwerkzeughaltefedern.
Die alte Lampe hat mal was abbekommen und wurde zusammen gepoppt, die konnte ich nicht mehr retten. Also neu und mit Alunieten befestigt, wie im Original.
Meine grosse Leidenschaft, die Leiden schafft, spachteln und schleifen.
Hab eine gekaufte Luftpumpe in der Länge abgeändert, dass sie in die Halterung passt.
Endlich konnte ich sie lackieren, der Nitrolack sieht so lecker aus. Ja, ist natürlich Original dass man an manchen Stellen die rote Grundierung immer noch sehen kann.
Stossdämpferaufnahme und Federbein sind montiert.
Der Sitz hat einen neuen Bezug bekommen und das alte Rejna-Schildchen hab ich natürlich wieder angenietet.
Das alte Lenkkopflager war leicht eingelaufen, hab ein neues organisiert, nicht leicht.
An der Schwinge sind auch schon ein paar Sachen montiert.
Bowdenzüge, Elektrokabel, Seitenbacken, Tank, Sitz, Gepäckbrücke, Rüli und der erste Teil der Gestängeschaltung sind montiert.
Der Lenker ist vormontiert, neue Griffe und richtiger Bremshebel.
Diese Teile hab ich matt vernickeln lassen, jetzt sehen sie aus wie original.
Die Gabel hat auch soweit alle Teile montiert bekommen.
Soweit sind alle Kanten mit Klebeband geschützt, wie auch die Backen. Bereit sie in den Keller zu zügeln und mit der Endmontage zu beginnen. Gabel, Motor, Elektrik und Bowdenzüge werden dann erst montiert.
Das alles auf meiner neuen Vespa-Hebebühne. Alles Rote ist original, aber mit 40cm Hubhöhe komm ich nicht weit. Also kurzerhand verlängert und schon kann ich auf gemütlichen 115cm arbeiten. Die Verlängerung ist nur lose gesteckt, zum versorgen kann alles klein machen.
Jetzt folgt die Endmontage im Keller auf der Hebebühne, Gabel und Motor sind eingepflanzt. Sieht schon wieder wie eine richtige Vespe aus. Was noch fehlt ist die Verkabelung des Elektrischen und die Bowdenzüge montieren, sowie sonstigen kleinen Arbeiten, die nochmals Zeit brauchen.
Bilder der fertig restaurierten Vespa, bei Sonnenschein am Wochenende. Nach einer ausgiebigen Ausfahrt, bekomm ich das Grinsen einfach nicht mehr aus dem Gesicht....
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Hier ist die Restauration meiner VNT dokumentiert:
Zu machen war: neuer Stossdämpfer, Lampen-Chrom-Ring, Hupe, Griffe
Backenzierleisten, Trittbrettgummis, Backengummis, Auspuff
einzige Stelle die durchgerostet ist!
Alle Teile werden sandgestrahlt,
anschliessend ist der Farbaufbau wie folgt; Rostschutzgrundierung,
weisse Grundierung, Metalliclack blau und zum Schluss 2K Klarlack.
Jede Schraube wird aufgearbeitet,
restauriert oder ersetzt.
Jede Dichtung und alle Lager und andere Verschleissteile werden ersetzt.
Die Arbeit hat sich gelohnt und wie
bei jeder Restauration hätte man sich für das investierte Geld
auch eine Neue kaufen können. Doch wo bliebe da die Liebe zu den Oldtimern?